Der barrierefreie Apfel

Apple ist ein geschlossenenes Universum. Das hat natürlich Nachteile im Vergleich zum Beispiel mit der offenen Unix-Welt. Aber auch Vorteile. Apps für iPhone & Co. müssen eine rigide Qualitätssicherung in Cupertino durchlaufen, bevor sie via App Store auf die tragbaren Äpfel installiert werden. An dieser Qualitätssicherung führt kein Weg vorbei. Es gibt also, wie bei kaum einem anderen System, eine zentrale Stellle, welche die Qualitätskriterien festlegt und kontrolliert.

Das hat mich auf eine verwegene Idee gebracht. Diese zentrale Stelle könnte doch auch für mehr Barrierefreiheit sorgen. Apple ist ja dem Thema Barrierefreiheit gegenüber grundsätzlich extrem aufgeschlossen. Wie sonst käme es, dass Apple mit jedem System einen Screen Reader (VoiceOver) kostenlos mitliefert.

Meine Idee: Anlässlich der Qualitätskontrolle wird jede App auch auf Barrierefreiheit, also auf die Verwendbarkeit mit VoiceOver getestet.

Ich höre lauten Widerspruch: Wieso muss denn jede App auch von blinden Nutzern bedienbar sein? Es gibt doch auch ...

Klar. Und kein Problem. Mit VoiceOver nicht bedienbare Apps müssen ja nicht endgültig abgewiesen werden. Aber eine Rückmeldung an den Entwickler, dass eine eingereichte App an dieser oder jener Stelle mit VoiceOver nicht bedienbar ist, verbunden mit der Frage, ob die App dennoch bewusst barrierebehaftet veröffentlicht werden soll, hätte sicher einen erzieherischen Effekt.

Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen: So wie bestimmte Apps vor der Installation einen Hinweis auf ein Mindestalter zeigen, könnte man einen Hinweis auf mangelhafte Benutzbarkeit mit VoiceOver anzeigen.

All dies würde nicht die (Apfel-) Welt kosten, und könnte einen großen Schritt vorwärts für viele Betroffene bewirken.