Ein multimedialer Zugang zum Web - wie mehrfachbehinderte Menschen barrierefreie Webdienste nutzen

Eine taubblinde (hochgradig hör-/sehbehinderte) Frau nutzt meinen barrierefreien Chat als Ersatz für das Telefon, das sie auf Grund ihrer Hörbehinderung gar nicht mehr nutzen kann. Im Chat setzt sie je nach Tagesform ihren Hörrest sowie ihren Sehrest ein. Auf einem Bildschirm läuft der Chat mit einem Skin speziell für Menschen mit geringem Sehrest. Hochkontrast und maximale Vergrößerungsmöglichkeit sind Eigenschaften dieses Skins (Linear). Auf einem zweiten Rechner läuft ein ScreenReader (NVDA), der die mittels WAI-ARIA aktualisierten Nachrichten vorliest, und parallel dazu auf die angeschlossene Braille-Zeile schreibt.

Der Arbeitsplatz mit mehreren Bildschirmen und Braille-Zeile:

Tbl-arbeitsplatz

Warum ich darüber berichte? Barrierefreiheit im Web ist nicht gleichbedeutend mit "blindengerecht". Im Gegenteil. Sinnesbeeinträchtigungen liegen nicht nur in "Reinform" vor. Es genügt also nicht, Seiten mit einem Screen Reader zu testen. Kontraste, Skalierbarkeit, Bedienbarkeit auch ohne Maus usw. sind mindestens ebenso wichtig.