Das iPhone als Stereo-Aufnahmegerät

Aus dem iPhone lässt sich, mit entsprechender Aufrüstung - wie immer - mehr herausholen als die quäkenden Aufnahmen der Sprachmemo-App.

Vorab:

  1. Um schnell mal eine eine Audio-Notiz aufzunehmen, tut es die iPhone-Standard-App Sprachmemos.
  2. Stereo-Aufnahmen erfordern in jedem Fall ein externes Stereo-Mikrofon. Das eingebaute Mikro kann kein Stereo, Headset Mikros ebenfalls nicht.
  3. Der Artikel beschreibt die Vorgehensweise für das iPhone 3 GS. Beim iPhone 4 hat sich die Belegung des Dock-Connectors geändert. Die vorgestellte App und die Mikros arbeiten möglicherweise nicht mehr mit dem iPhone 4.

Externe Mikros gibt es beispielsweise von Blue Microphones Mikey 2.0 oder von Belkin. Das Mikey findet man bei amazon ab ca. Euro 66. Das Mikro muss auf jeden Fall am Dock-Connector des iPhone angeschlossen werden. Die 3.5 mm Klinkenbuchse unterstützt kein Stereo-Signal.

Die App dazu: Blue FiRe (kostenlos). Mich hat die App dermaßen begeistert, dass ich kurz entschlossen Euro 4,99 für die Vollversion FiRe - Field Recorder investiert habe (Upgrade-Link in der kostenlosen App).

Fire

(Screenshot)

Die Kombination Stereo-Mikro / FiRe-App ermöglicht u. A.:

  • Ordenliche Aussteuerung, auch während der Aufnahme, bis zu +24 dB!
  • Play-through (Mithören mit dem Headset)
  • Datei-Export per FTP oder an den Browser per HTTP in vielen Formaten, z. B. wav, AAC oder Ogg Vorbis
  • ... und viele andere Einstellungsmöglichkeiten.

Alle Möglichkeiten zu schildern, die FiRe bietet, würde hier den Rahmen bei weitem sprengen. Es lohnt sich - und es ist notwendig -, diese Möglichkeiten in Ruhe zu erforschen und zu testen. Nur noch so viel: Die App ist grundsätzlich mit VoiceOver bedienbar: Headset an die Klinkenbuchse, Mikro am Dock-connector. Damit ist sichergestellt, dass VoiceOver Ansagen nicht aufgenommen werden.

Ein Demo-Audio wird gelegentlich nachgereicht.

Nachtrag 02.12.2012

Die App ist nach einem Update mit VoiceOver nicht mehr bedienbar.

Es gibt aber die alte Version noch: App Store Link

 

Auflistung aller bisherigen Tests

Audio- und Videomaterial barrierefrei einbinden

Folgende Anfrage erreichte mich heute in einer E-Mail-Liste:

Ich würde gerne auf meiner Internetseite Audio- und Videomaterial so einbinden, dass es für den Besucher komfortabel abgespielt werden kann und auch für blinde und sehbehinderte Anwender zugänglich ist.

Meine Antwort, die eventuell für den einen oder anderen interessant sein könnte:

1. Um Pseudo-Streaming für Videos zu realisieren (damit sich  "der Anwender die Datei nicht erst herunterladen muss") kommst du um Flash nicht herum. Das heißt in erster Linie: Der Anwender muss Flash installiert haben, und mit seinem UA bedienen können.

1.1. Im Fall von Video musst du deine Filme also vorab in ein Flash-Format konvertieren. Zumeist *.flv. Hierfür gibt es unendlich viele Tools. Frage: Muss auch dieses Tool barrierefrei, mit einem Screen Reader bedienbar sein?

1.2. Auch entsprechende Player gibt es zahllos. Kostenlos und kostenpflichtig. Und mehr oder weniger zugänglich. Der JW-Player von www.longtailvideo.com bietet m. E. die besten Voraussetzungen hinsichtlich Barrierefreiheit.

1.3. Je nach den Ansprüchen, die du an die Barrierefreiheit stellst, musst du unter Umständen nachhelfen: Audiodescription, closed captions als Stichwörter. Du kannst aber noch weiter gehen, und den Player mittels JavaScript-API "von außen" steuern.

Im Klartext:

Der Besucher muss nicht direkt das Flash bedienen (können), sondern kann ganz "normale" Buttons zur Steuerung des Films verwenden.

Beispiele:
http://webdesign.weisshart.de/video_player_bf_3.php
http://www.zimmer-chiemsee.de/de/hausvideo.php

Du kannst noch einen Schritt weiter gehen, und eine Videobeschreibung "in Prosa" für blinde Seitenbesucher hinzufügen.
http://www.tbl-telefon.de/minas_homepage/fuehrhundfilm.php

2. Auch im Falle von Audios bleibt letzlich nur Flash, wenn es "streamen" soll. Hier gibt es aber trickreiche Möglichkeiten, mp3 Dateien "on the fly" in Flash umzuwandeln.

2.1. Sehr verbreitet ist der EMFF http://emff.sourceforge.net/
Du lädst nur deine mp3 auf den Server, und der EMFF erledigt den Rest.
Dennoch solltest du an ein Fallback denken, d. h. die Datei alternativ zum Download anbieten.

Ich verwende den EMFF gerne in meinem Blog:

http://webdesign.weisshart.de/blog/2010/08/27/sprachwechsel-auszeichnen-auch-fur-denglische-begriffe/

2.2. Ganz pfiffig: der Yahoo! Media Player. Lediglich eine Zeile Javascript in deine Seite eingefügt, und der Yahoo! Media Player verwandelt "normale" Links zu deinen mp3 Dateien in einen Streaming Player. Hier ist das Fallback praktisch schon eingebaut. Sollte der Player mit der verwendeten AT nicht anzusteuern sein, dann gibt es immer noch den "normalen" Link zum mp3, der je nach Konfiguration des Besuchers zum Download führt, oder den Standard-Player des Besuchers aufruft.
http://webdesign.weisshart.de/ymp.php

3. Nur der Vollständigkeit halber: Mit HTML5 gibt es die Möglichkeit, per <video> bzw. <audio> Tag Filme und Sound so einfach einzubinden wie Bilder. Zumindest in der Theorie.