Was das Internet mit unserem Gehirn macht
"Ich kann mich nicht mehr konzentrieren!" - "Dafür gibt's doch auch was von Ratiopharm."
Nein, in diesem Fall ist nicht der Griff in den Arzneimittelschrank angebracht, sondern ein Griff ins Bücherregal. Dort steht Nicholas Carr: "Wer bin ich, wenn ich online bin ... und was macht mein Gehirn solange". Der Titel verspricht humorige Lektüre - und hält absolut nicht! was er verspricht. Vielmehr analysiert Nicholas Carr sehr fundiert, "Was das Internet mit unserm Gehirn macht" (so der weniger reißerische, aber treffende Titel der englischen Originalausgabe).
Du hast wohl als Kind zu viel mit dem PC gedaddelt, und leidest deshalb unter Konzentrationsschwäche? Haben deine Eltern dich nicht immer gewarnt?
Nein. Das einzige Computerspiel, das ich jemals gespielt habe, war ein Spiel, das ich selbst programmiert hatte; in Basic auf einem Sinclair Z81. Wer deutlich älter als 30 ist, weiß jetzt, dass ich schon "was mit Computer gemacht" habe, lange bevor es das gab, was wir heute als Internet bezeichnen.Meine Konzentrationsschwäche liegt also nicht daran, dass meine Eltern mich nicht vom Computerdaddeln abgehalten haben. Woran dann? Nicholas Carr beschreibt es:
(Umschlag Rückseite) HEUTE SCHON GEGOOGELT?
Wer das Internet nach Informationen, sozialen Kontakten oder Unterhaltung durchforstet, verwendet einen Großteil seiner geistigen Energie auf die Beherrschung des Mediums
selbst. Und macht sich um die Inhalte - buchstäblich - keinen Kopf. Die Folge: Im Internetzeitalter lesen wir oberflächlicher, lernen wir schlechter, erinnern wir uns schlechter denn je.
IT-Experte und Bestsellerautor Nicholas Carr verbindet diese medienkritische Bilanz mit einer erhellenden Zeitreise durch die Geschichte - von Sokrates' Skepsis gegenüber der Schrift und Nietzsches Schreibmaschine bis zum User als Gegenstand aktueller Debatten und Untersuchungen.
(Umschlag Klappentext) Der Hammer ist ein Werkzeug, das unsere körperlichen Fähigkeiten verstärkt. Im Lauf der Menschheitsgeschichte haben zahlreiche »Werkzeuge des Geistes« - von der Schrift, der Landkarte und der Uhr zu modernster Informations- und Kommunikationstechnik - unsere intellektuellen Fähigkeiten erweitert. Und entscheidend geprägt. Als Nietzsche seine Worte erstmals in eine Schreibmaschine hämmerte, spürte er. dass die Werkzeuge, die wir zum Schreiben oder Lesen benutzen, unsere Denkweise verändern. Dies, so Nicholas Carr, ist ein zentrales Thema der Geistes- und Kulturgeschichte. Heute, zwanzig Jahre nach seiner Entstehung, ist das Internet ein solch erweiterndes und prägendes Werkzeug. Wie beeinflusst es unseren Geist, unsere Denkstrukturen. unser Verständnis von uns selbst?
In seinem neuen Buch hinterfragt Nicolas Carr. was wir durch das Internet gewinnen und was wir im nicht mehr aus unserem Leben wegzudenkenden Netz vielleicht verlieren.
Fazit: Unbedingt lesen! Und vielleicht den einen oder anderen Schluss für sich selbst ziehen. (Das Lesen dieses Buchs wäre so ein Schluss.)