Ein Videorecorder in der Cloud: bong.tv

Eva Papst hat mich darauf aufmerksam gemacht - und ich musste das natürlich sofort testen: Ein Videorecorder in der Cloud, Programmieren und Abspielen auf dem Notebook oder auf dem iPhone.

bong.tv auf dem PC, und die kostenlose App fürs iPhone nennt sich BONG.TV

bong gibt es kostenlos für eine 7tägige Testphase. Anschließend wird es teuer: Ab 4,99 Euro pro Monat bei einem 12-Monats Vertrag, bis zu 5,99 Euro für eine Woche. Dafür gibt es dann 10 GB Speicher in der Cloud. Das reicht für ca. 10 Spielfilme. Gespeichert werden die Filme in zwei Formaten: Hight Quality HQ und Normal NQ.

Das Programmieren des "Video Recorders" funktioniert problemlos sowohl auf dem iPhone als auch auf der Webseite. Mit einer Einschränkung: Die Webseite ist mit Screen Readern kaum zu bedienen; Vorbildlich jedoch die Bedienbarkeit mit VoiceOver auf dem iPhone. So berichtete Eva Papst. Die Videos stehen dann frühestens eine Stunde nach Sendungsende zum Abspielen zur Verfügung, die HQ Version noch später. Optional kann man sich per E-Mail über die Verfügbarkeit informieren lassen.

So, jetzt unterwegs beim Warten auf irgend etwas den Film anschauen. Denkste!

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Im Mobilnetz deines Anbieters dürfen keine längeren Videos angesehen werden. Die Wiedergabe muss deshalb auf 10 Minuten begrenzt werden. Bitte nutze eine WiFi Verbindung.

Ein sinnvoller HInweis. Über GPRS, Edge & Co. Filme anzuschauen macht sicher wenig Spaß. Ich würde mir einen Film ohnehin lieber auf dem iPhone speichern, um ihn dann offline anzuschauen. Das geht aber nur mit einem Umweg: Speichern auf den PC via Website von bong.tv. Auf dem PC in die iTunes Mediathek verschieben, und anschließend per Synchronisation aufs iPhone laden. Für diesen Zweck reicht übrigens die NQ-Version voll und ganz. Das macht dann ca. 500 MB für einen Spielfilm in Normallänge.

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Ach ja, man kann sich den Film natürlich auch ganz normal zuhause auf dem Notebook anschauen. In der HQ Version sogar in brauchbarer Qualität. Obwohl der Player von bong einige Macken hat, wenn er nicht full screen betrieben wird.

Audio- und Videomaterial barrierefrei einbinden

Folgende Anfrage erreichte mich heute in einer E-Mail-Liste:

Ich würde gerne auf meiner Internetseite Audio- und Videomaterial so einbinden, dass es für den Besucher komfortabel abgespielt werden kann und auch für blinde und sehbehinderte Anwender zugänglich ist.

Meine Antwort, die eventuell für den einen oder anderen interessant sein könnte:

1. Um Pseudo-Streaming für Videos zu realisieren (damit sich  "der Anwender die Datei nicht erst herunterladen muss") kommst du um Flash nicht herum. Das heißt in erster Linie: Der Anwender muss Flash installiert haben, und mit seinem UA bedienen können.

1.1. Im Fall von Video musst du deine Filme also vorab in ein Flash-Format konvertieren. Zumeist *.flv. Hierfür gibt es unendlich viele Tools. Frage: Muss auch dieses Tool barrierefrei, mit einem Screen Reader bedienbar sein?

1.2. Auch entsprechende Player gibt es zahllos. Kostenlos und kostenpflichtig. Und mehr oder weniger zugänglich. Der JW-Player von www.longtailvideo.com bietet m. E. die besten Voraussetzungen hinsichtlich Barrierefreiheit.

1.3. Je nach den Ansprüchen, die du an die Barrierefreiheit stellst, musst du unter Umständen nachhelfen: Audiodescription, closed captions als Stichwörter. Du kannst aber noch weiter gehen, und den Player mittels JavaScript-API "von außen" steuern.

Im Klartext:

Der Besucher muss nicht direkt das Flash bedienen (können), sondern kann ganz "normale" Buttons zur Steuerung des Films verwenden.

Beispiele:
http://webdesign.weisshart.de/video_player_bf_3.php
http://www.zimmer-chiemsee.de/de/hausvideo.php

Du kannst noch einen Schritt weiter gehen, und eine Videobeschreibung "in Prosa" für blinde Seitenbesucher hinzufügen.
http://www.tbl-telefon.de/minas_homepage/fuehrhundfilm.php

2. Auch im Falle von Audios bleibt letzlich nur Flash, wenn es "streamen" soll. Hier gibt es aber trickreiche Möglichkeiten, mp3 Dateien "on the fly" in Flash umzuwandeln.

2.1. Sehr verbreitet ist der EMFF http://emff.sourceforge.net/
Du lädst nur deine mp3 auf den Server, und der EMFF erledigt den Rest.
Dennoch solltest du an ein Fallback denken, d. h. die Datei alternativ zum Download anbieten.

Ich verwende den EMFF gerne in meinem Blog:

http://webdesign.weisshart.de/blog/2010/08/27/sprachwechsel-auszeichnen-auch-fur-denglische-begriffe/

2.2. Ganz pfiffig: der Yahoo! Media Player. Lediglich eine Zeile Javascript in deine Seite eingefügt, und der Yahoo! Media Player verwandelt "normale" Links zu deinen mp3 Dateien in einen Streaming Player. Hier ist das Fallback praktisch schon eingebaut. Sollte der Player mit der verwendeten AT nicht anzusteuern sein, dann gibt es immer noch den "normalen" Link zum mp3, der je nach Konfiguration des Besuchers zum Download führt, oder den Standard-Player des Besuchers aufruft.
http://webdesign.weisshart.de/ymp.php

3. Nur der Vollständigkeit halber: Mit HTML5 gibt es die Möglichkeit, per <video> bzw. <audio> Tag Filme und Sound so einfach einzubinden wie Bilder. Zumindest in der Theorie.